Entzündungshemmende Wirkstoffe: Können sie Anhedonie bei Depression gezielt behandeln?
Abstract
Adjunktiv eingesetzte entzündungshemmende Wirkstoffe reduzierten depressive Symptome und Anhedonie bei Patienten mit einem CRP über 2 mg/l geringfügig. Sie verbesserten jedoch weder die Ansprech- noch die Remissionsraten. CRP bleibt der beste verfügbare Biomarker für entzündliche Depression, ist jedoch unspezifisch; ein routinemäßiges Screening ist derzeit noch nicht gerechtfertigt. Bei therapieresistenter Depression mit erhöhtem CRP und ausgeprägter Anhedonie kann nach Versagen von Mitteln der ersten und zweiten Wahl ein zeitlich begrenzter adjunktiver Behandlungsversuch mit Celecoxib oder Minocyclin sinnvoll sein. Anhedonie umfasst antizipatorische und konsummatorische Facetten, die durch unterschiedliche Schaltkreise vermittelt werden. Die meisten Skalen erfassen nur die konsummatorische Anhedonie und könnten damit das vollständige klinische Bild verfehlen.