Aug 2026· Diabetes aktuell· Vol 24, pp. 196 - 202· 0 citations· 46 references
Abstract
Zusammenfassung Adipositas ist eine multifaktorielle Erkrankung mit global steigender Prävalenz, die durch biologische, psychosoziale und umweltbedingte Faktoren begünstigt wird. Neben dem Body-Mass-Index sind auch der Taillenumfang und das Verhältnis von Taillenumfang zu Hüft- oder Körpergröße wichtige Prädiktoren für kardiovaskuläre Risiken. Insbesondere viszerales Fettgewebe spielt eine zentrale Rolle bei der Entwicklung von Atherosklerose und koronarer Herzkrankheit durch Vermittlung von Entzündungsprozessen und Insulinresistenz. Neue Ansätze fordern eine differenzierte Betrachtung von präklinischer und klinisch manifester Adipositas, um eine Übertherapie zu vermeiden. Während Lebensstilinterventionen essenziell bleiben, zeigen medikamentöse und operative Ansätze Potenzial zur Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse. Eine langfristige Risikominimierung erfordert jedoch nachhaltige Maßnahmen, die über kurzfristige Gewichtskontrolle hinausgehen.
Zusammenfassung Bei der kardiovaskulären Risikoeinschätzung von Frauen haben geschlechtsspezifische Risikofaktoren eine eigenständige prognostische Bedeutung. Die Schwangerschaft ist mit erheblichen hämodynamischen und metabolischen Adaptationen verbunden und kann als physiologischer kardiovaskulärer Belastungstest verstanden werden. Bereits leicht erhöhte Blutdruckwerte vor der Konzeption sind mit einem erhöhten Risiko für schwangerschaftsassoziierte Komplikationen assoziiert. Bei Manifestation hypertensiver Schwangerschaftserkrankungen – von Gestationshypertonie und Präeklampsie bis hin zur peripartalen Kardiomyopathie – wird eine erhöhte kardiovaskuläre Vulnerabilität klinisch evident. Frauen mit Präeklampsie weisen ein 2- bis 4-fach erhöhtes Risiko für eine spätere arterielle Hypertonie sowie ein signifikant erhöhtes Risiko für koronare Herzkrankheit, Herzinsuffizienz und Schlaganfall auf. Die ESC-Leitlinien empfehlen daher eine strukturierte, langfristige kardiovaskuläre Nachsorge dieser Patientinnen mit regelmäßiger Blutdruckkontrolle, metabolischem Screening und individualisierter Risikostratifizierung.
T. Socrates, C. Zuern, F. Mahfoud· Aktuelle Kardiologie· 0 citations
Plötzlich Herzklopfen, Schweiß auf der Stirn, innere Unruhe: Ist das „nur“ eine Hitzewallung – oder eine Unterzuckerung? Für Frauen mit Diabetes kann diese Frage entscheidend sein, denn Diabetes trifft Frauen anders als Männer. So können Zyklus, Schwangerschaft, Wechseljahre oder das Polyendokrine Metabolische Ovarialsyndrom (PMOS) – von dem etwa jede achte Frau betroffen ist – den Blutzucker beeinflussen und Risiken erhöhen. Umso wichtiger sind eine geschlechtersensible Versorgung und Beratung.
Zusammenfassung Gemäß der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGSS) sind in Deutschland knapp 6 % aller Kinder adipös und weltweit lebt jedes 5.–6. Kind mit Übergewicht. Adipositas ist der größte Risikofaktor für eine metabolische Dysfunktion assoziierte steatotische Lebererkrankung (MASLD: „metabolic dysfunction-associated steatotic liver disease“) und die Prävalenz dafür liegt bei Adipositas bei > 30 %. In Nordamerika ist eine MASLD-assoziierte endständige Lebererkrankung bereits die zweithäufigste Indikation zur Lebertransplantation. In dieser Übersichtsarbeit beschreiben wir aktuelle Daten zu MASLD im Kindes- und Jugendalter und zur Entstehung der neuen Nomenklatur. Wir möchten für die Bedeutsamkeit dieser Erkrankung sensibilisieren, stellen aktuelle deutschsprachige und internationale Empfehlungen zusammen und diskutieren neueste Entwicklungen zu Diagnostik und Therapie.
E. Lurz, C. Hudert, D. Weghuber et al.· Kinder- und Jugendmedizin· 0 citations
Psychotische Symptome verschlechtern sich in der perimenstruellen Phase – einem vier- bis sechstägigen Fenster mit niedrigen Hormonspiegeln – und das Hospitalisierungsrisiko steigt. Anders als bei PMDD bringt der Eintritt der Menstruation in der Regel keine Erleichterung. Östrogen sowie das in kombinierten oralen Kontrazeptiva enthaltene Ethinylestradiol hemmen CYP1A2 und erhöhen dadurch die Plasmaspiegel von Clozapin, Olanzapin und möglicherweise Asenapin. Ein Abfall des Östrogenspiegels kann diese Wirkung effektiv umkehren und die Dosis funktionell senken; kehren Symptome wieder auf, kann daher eine Dosiserhöhung erforderlich sein. Bevorzugen Sie bei Frauen mit nicht-affektiver Psychose prolaktinsparende Antipsychotika wie Aripiprazol als Erstlinientherapie. Bei Entwicklung einer Hyperprolaktinämie empfiehlt sich ein Wechsel des Wirkstoffs oder die Augmentation mit niedrig dosiertem Aripiprazol, anstatt die bestehende Dosis lediglich zu reduzieren.
Bei Verdacht auf eine bedeutsame Krankheit oder Fehlbildung eines ungeborenen Kindes soll die Schwangere laut Schwangerschaftskonfliktgesetz unter Hinzuziehung von Ärztinnen und Ärzten beraten werden, „die mit dieser Gesundheitsschädigung bei geborenen Kindern Erfahrung haben“. Der vorliegende Beitrag geht auf die Hintergründe und Ziele fachübergreifender Beratung von Schwangeren bzw. Elternpaaren durch Kinder- und Jugendärzte ein und verdeutlicht ihre Notwendigkeit an Beispielen wie Chromosomenanomalien, Mehrlingsschwangerschaften, Gesundheitsschäden mit pränatalen Behandlungsoptionen oder seltenen Krankheiten. Ausgehend von den Erfahrungen am Universitäts-Perinatalzentrum Franken werden Inhalte und Gestaltungsmöglichkeiten des Beratungsprozesses diskutiert, der Eltern dabei unterstützen soll, sich das Leben ihres Kindes nach der Geburt besser vorstellen zu können und durchdachte, verantwortungsbewusste Entscheidungen zu treffen.
H. Schneider, Heiko Reutter, Michael O. Schneider· Monatsschrift Kinderheilkund...· 0 citations
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